Wanderer, kommst du nach Heidelberg...

so meide in der Altstadt das Gasthaus "Weisses Rössl". Zwar hat man vor Jahren die Traditionsgaststätte renoviert und angeblich eine Prise "Dolce Vita" hinzugefügt, doch auch als Cavallino Bianco macht sich das Haus allenfalls der Rosstäuscherei schuldig. So bot die Küche am ersten Maiwochende "Kalbsrouladen" an, die sich für den Gast praktisch als ungeniessbar erwiesen - statt Kalbfleisch handelte es sich um ein Gemisch aus Sehnen und Fett. Eine Beschwerde beim Kellner brachte lediglich zu Tage, dass es sich um "Kalbsbauchrouladen" handele, das stehe leider nicht auf der Karte, sei nun aber mal so. Punkt. Fehlte nur noch der Satz: "Der Kunde schätzt das..."

Selig die Zeiten, als Speisekartenbeschrifter Pater Peppert noch mit lyrischen Hinweisen vor solchen Lokalitäten warnte. So hinterließ er seinerzeit auf der Karte der Ristorante-Pizzeria Kneseback in Berlin den Spruch: "Wie einsam ist's im tiefen Wald, die Gulaschsuppe hier ist kalt." Und auch seine Warnung auf der Speisekarte des Münchner Matthäser-Kellers bewahrte manchen Gast vor einer herben Enttäuschung: "Im Tale grünet Hoffnungsglück, das Schnitzel hier ist klein als Stück." In diesem Sinne: "Nennt sich auch das Rössl weiß, Rouladen hier sind einfach...Mist!"

13.5.10 17:13

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